
Bye Bye, Erdoḡan Empire!
Im Anschluss an die Solidaritätskundgebung mit den Demonstranten in Istanbul am Samstag, den 1. Juni, fand heute rund ums Kottbusser Tor eine Spontan-Demo gegen den Umbau des Gezi-Parks und die Polizeigewalt in Istanbul statt.
Von K. Winbeck / K. Traupe

Was bei ‚Asterix und Obelix‘ ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf, ist bei ‚Batman‘ das düstere Gotham City und bei Groenings ‚Die Simpsons‘ das durchschnittsamerikanische Springfield. Die Umgebung, in die der Comic eingebettet ist, ist jedoch vielmehr als reiner Hintergrund: Sie ist Handlungsraum, Vision und (politischer) Rahmen.
Das Goethe-Institut gab der Stadt und dem Comic nun [...]

Sie will in ihrer Musik Grenzen aufbrechen, Mischungen der okzidentalen und orientalen Musik erschaffen, sie ist überzeugte Veganerin und tritt engagiert in einer Musikerwelt als Frau auf, in der vor allem männliche Regeln herrschen. Mit dem Begriff „politisch“ kann sie dabei nicht so viel anfangen, lässt sich aber nicht von ihrer Mission abbringen, Frauen einen [...]

Ein Einblick in das Leben ausländischer Inhaftierter
der größten Justizvollzugsanstalt Deutschlands
von Dörthe Engels
Als „Randgruppe der Randgruppe“ bezeichnete die Gefängnis-Zeitung der JVA
Tegel vor einiger Zeit Ausländer im Strafvollzug und konstatierte eine anhaltende Benachteiligung von Menschen ohne deutschen Pass. Der Kreis der in eigenen Augen Marginalisierten ist groß: Etwa 600 der mit 1700 Gefangenen größten Justizvollzugsanstalt der Bundesrepublik [...]

Gunter Christ ist seit 1987 als Rechtsanwalt auf dem Gebiet des Ausländer- und Asylrechts tätig und vertritt schwerpunktmäßig afghanische Asylsuchende sowie geflohene Menschen aus Iran und dem Irak. In seinem beruflichen Alltag, aber auch durch Vereinsarbeit, Veröffentlichungen und als Rechtsberater für Verbände schlägt er kleine und größere Schlachten gegen das System der Grenzen
Interview von Frederike [...]

von Philipp Dehne
Noch ein Schlag und das Läuten der Glocken beginnt zu verhallen. Die Sankt-Antonius-Kirche ist voll mit Menschen. Farbige Altardiener umringen den türkischen Priester, der Mädchenchor besteht überwiegend aus Japanerinnen und der Rest ist bunt gemischt. Viele Orthodoxe, einige Touristen und noch mehr Japaner und Koreaner. Die Sprache ist Englisch, der Priester kaum zu [...]

Azza Hassans Protest ist nicht gewaltsam, er übertönt nicht alles, schwingt sich nicht auf zur absoluten Wahrheit – doch ruhig ist er auch nicht, auch nicht zur stillen Nacht.

von K. Traupe/M. Emonds – An einem sonnigen Tag im November trafen wir uns mit dem Rapper und Produzenten B-LASH. Nachdem wir uns mit ihm die Ausstellung RIGHT-TO-LEFT zum Thema „visuelle Kultur in arabischen Ländern und Iran“ im Haus Bethanien angesehen hatten, zogen wir mit ihm durch seinen Kiez und er erzählte uns aus seinem [...]

von Karin Kutter
Sie haben denselben Job wie Superman: Bari, der Schaffende, Noora, das Licht und Aleem, der Allwissende retten im Comic die Welt. Doch während Superman aus den USA stammt und praktisch im Alleingang die Welt von Unheil befreit, sind die Drei Teil einer Gruppe von 99 Superhelden, die – angesiedelt in der ganzen Welt [...]

Hamdi Mazhoudi zeichnet seit über 3 Jahren für die größte französischsprachige Tageszeitung „Le Temps“ und das Journal As Sabah in Tunis. Mit dem Diwan teilt er seine Erfahrungen und zeigt auf, wie sich seine Arbeit mit der Flucht Ben Alis am 14. Januar 2011 verändert hat. Die Angst vor einem Rückschritt in Zensur der Presse [...]

von Ruben Schenzle
Ein wenig in die Jahre gekommen ist der ägyptische Friedensapostel Ali Salem (75), der so eifrig und laut für seine Sache zu streiten pflegte. Seine Sache, das ist die Normalisierung der Beziehungen seines Heimatlandes zu Israel. Und damit hat sich der als Humorist und Satiriker berühmt gewordene Salem eines schwer verdaulichen Themas angenommen. [...]

von Rail Safiyev (ersch. Heft 11/Nov. 2011)
Anfang des Jahres machten viele von der „Arabellion“ erfasste Länder Schlagzeilen in den europäischen Medien. Aserbaidschan war nicht darunter. Trotz der angespannten Lage im Land gab es keine großen bewaffneten Auseinandersetzungen, keine Toten und keinen Regierungswechsel. Überraschend war, dass diesmal nicht die Länder des post-sowjetischen Raums den Anstoß zur [...]

von SO* (ersch. Heft 11/Nov. 2011)
Deutschlands bekannteste Feministin und Autorin Alice Schwarzer versteht das Kopftuch als Zeichen der Unterdrückung der Frau, dabei weisen insbesondere Frauen im Nahen Osten und Nordafrika, welche vor allem die Proteste im Frühjahr dieses Jahres geprägt haben, eine starke emanzipatorische Kontinuität auf.

von Kübra Küçük (ersch. Heft 11/November 2011)
Der Historiker Mikail Bayram kämpft seit Jahren gegen gesetzliche Verfahren in Konya. Vorwurf: Affront gegen Mevlana Dschalaladdin Rumi.

Interview with Zeina Daccache
Since 2001 the Lebanese drama therapist and theater director Zeina Daccache works with addicts, convicts, traumatized and underprivileged people. Bringing into being Lebanon’s first drama project in 2008, she worked with 45 inmates of the notorious Roumieh prison in Beirut, focusing and rehearsing the play „12 Angry Lebanese“. A documentary produced along [...]

von Sima Fazlali
Die Sendung „Forum am Freitag“ hat es in der öffentlich-rechtlichen Medienlandschaft nicht leicht, als Pioniersendung mit zwei muslimischen Redakteuren, in einem journalistischen Format differenziert, kritisch und fair über den Islam zu berichten. Die Zwei-Mann- Redaktion bestehend aus Kamran Safiarian und Abdul-Ahmad Rashid gibt sich jedoch alle Mühe.

von Marius Stein*
Die Aufstände in Syrien fanden lange Zeit unter dem Radar der Weltöffentlichkeit statt – wenig war zu erfahren darüber, wie das Assad-Regime und sein Volk die jeweilige Unzufriedenheit mit dem Gegenüber zum Ausdruck brachten. Dem [dī.wān] wurden Tagebuchaufzeichnungen aus der Anfangsphase des Aufstandes zugespielt, die hier veröffentlicht werden.

von Konrad Traupe
Ein Jahr nach Erscheinen von Thilos Spalterthesen stellt ein junger Autor in seiner Erstveröffentlichung dar, warum die Kritik an Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ gerechtfertigt ist.
Nach mehr als 30 Jahren Diktatur geht es für ÄgypterInnen nun darum, Demokratie zu gestalten – vor allem junge Frauen sehen Chancen für positive Veränderungen, aber auch Gefahren eines Backlashs
von Claudia Froböse (ersch. Heft 11/November 2011)
Am 11. Februar 2011 tritt Mubarak nach 18 Tagen andauernder Proteste von seinem Amt als Präsident zurück. In ganz Ägypten [...]

von Jonas Akaou (ersch. Heft 11/November 2011)
„Komm Jonas, wir bauen ein Haus!“ Minuten später bin ich im Werkstattdschungel des interkulturellen Kinder- und Elternzentrums „Am Tower“ und zimmere einen Tisch zusammen. Akram plant den Ausbau der Terrasse und denkt über ein zweites Stockwerk nach.

von Manuel Emonds
Islamic Banking ist im Kommen. Die Idee, das private Vermögen schariakonform anzulegen, ist für überzeugte Muslime eine Frage der Ehre. Kein Eingehenmüssen mehr auf die Normen der säkularen Welt. Kein Kapital, das nach ausbeuterischen Prinzipien vermehrt wurde. Kein Sündenfall mehr am Hochaltar des kapitalistischen Teufels. Schöne neue Welt – auch für den Rest?

Interview mit Zeina Daccache
Die libanesische Theatertherapeutin und Filmemacherin Zeina Daccache arbeitet seit 2001 mit Drogenabhängigen, Verurteilten, traumatisierten und benachteiligten Menschen. Im Jahr 2008 hat sie Libanons erstes Gefängnis- Theaterprojekt ins Leben gerufen und 15 Monate lang mit 45 Inhaftierten des berüchtigten Beiruter Roumieh-Männergefängnisses an dem Theaterstück „12 Angry Lebanese“ gearbeitet. Ihr anschließend produzierter Dokumentarfilm vermittelt [...]
von Goldkörper
Hichkas ist der bedeutendste Rapper im Iran. Musiker anderer Genres schätzen und setzen viel auf ihn. Noch wichtiger ist die Wirkung seiner Musik auf das mehrheitlich junge Volk Irans. Ein kurzer Eindruck vom Goldkörper
Berlins postmigrantisches Theater Ballhaus Naunynstraße auf Erfolgskurs
von Nora Haakh (ersch. Heft 11/November 2011)
Seit drei Spielzeiten schnappt auf dem Logo des Ballhaus Naunynstraße eine schwarze Promenadenmischung entschlossen nach einem roten Stern. Das Hinterhoftheater, eröffnet mit dem Anspruch „aus der dritten Reihe zu bellen“, ist seitdem in die erste Liga deutschen Theaters eingezogen.