
Was bei ‚Asterix und Obelix‘ ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf, ist bei ‚Batman‘ das düstere Gotham City und bei Groenings ‚Die Simpsons‘ das durchschnittsamerikanische Springfield. Die Umgebung, in die der Comic eingebettet ist, ist jedoch vielmehr als reiner Hintergrund: Sie ist Handlungsraum, Vision und (politischer) Rahmen.
Das Goethe-Institut gab der Stadt und dem Comic nun [...]

von Karin Kutter
Sie haben denselben Job wie Superman: Bari, der Schaffende, Noora, das Licht und Aleem, der Allwissende retten im Comic die Welt. Doch während Superman aus den USA stammt und praktisch im Alleingang die Welt von Unheil befreit, sind die Drei Teil einer Gruppe von 99 Superhelden, die – angesiedelt in der ganzen Welt [...]

von Marius Stein*
Die Aufstände in Syrien fanden lange Zeit unter dem Radar der Weltöffentlichkeit statt – wenig war zu erfahren darüber, wie das Assad-Regime und sein Volk die jeweilige Unzufriedenheit mit dem Gegenüber zum Ausdruck brachten. Dem [dī.wān] wurden Tagebuchaufzeichnungen aus der Anfangsphase des Aufstandes zugespielt, die hier veröffentlicht werden.
Nach mehr als 30 Jahren Diktatur geht es für ÄgypterInnen nun darum, Demokratie zu gestalten – vor allem junge Frauen sehen Chancen für positive Veränderungen, aber auch Gefahren eines Backlashs
von Claudia Froböse (ersch. Heft 11/November 2011)
Am 11. Februar 2011 tritt Mubarak nach 18 Tagen andauernder Proteste von seinem Amt als Präsident zurück. In ganz Ägypten [...]

Singen, Rappen, Euphorisieren – Wie Musiker den arabischen Frühling mit ihrem „Soundtrack der Revolution“ beflügelten
von Konrad Traupe (ersch. Heft 11/November 2011)
Von vielen Gedachtes wurde von wenigen gesungen, gerappt, aber vor allem endlich ausgesprochen. System- und sozialkritische Musiker aus den Ländern Nordafrikas und des Nahen und Mittleren Ostens sprachen den seit Jahrzehnten unterdrückten Menschen aus der [...]

von Karin Kutter (ersch. Heft 11/November 2011)
Heute schon protestiert? Per Mausklick am virtuellen „March of Millions“ in Solidarität mit den ägyptischen Demonstranten teilgenommen und sein Facebook-Foto mit einem „Atomkraft – Nein danke“-Button versehen. Noch nie war Revolte so einfach – und so angesagt. In Zeiten von Facebook wird Rebellion zum einfachen Klick, ein „gefällt mir“ [...]

von Anna Antonakis
Die Geschichte des tunesischen Internetaktivisten Slim Amamou klingt fast zu unglaublich, um wahr zu sein und ist eng mit den Ereignissen der tunesischen Revolution verknüpft. Am 22. Mai 2009 wurden nicht nur tunesische AktivistInnen auf seinen Kampf für Meinungsfreiheit aufmerksam, als er eine Demonstration gegen Internetzensur mitinitiierte, sondern auch internationale NGO-VertreterInnen.

von Nora Kalbarczyk (ersch. Heft 10/Dezember 2010)
Ihre Bilder zeigen ein und dieselbe Frau in verschiedenen Kontexten ihres iranischen Alltags. Mona Hakimi-Schüler hat sich in ihren Selbstbildnissen mit den verschiedenen Facetten ihrer eigenen und kollektiven Identitäten auseinandergesetzt und sprengt den deutschen Mehrheitsdiskurs über den Islam durch die Darstellung der Diversität des vermeintlich „Anderen“
von Björn Zimprich (ersch. Heft 10/Dezember 2010)
Sie sprechen westafrikanische Sprachen als Muttersprachen, aber haben eine helle Haut. Die Nachfahren der frühen libanesischen Einwanderer nach Westafrika führen ein Leben zwischen den Stühlen

von Anna Esther-Younes und Anna Antonakis (ersch. Heft 10/Dezember 2010)
Minderheiten finden im Mehrheitsdiskurs selten Platz. Muslim_in und lesbisch/schwul oder Trans*-Sein scheint auf der breiten deutschen Identitätspalette nicht vorgesehen. Der Verein GLADT (Gays and Lesbians aus der Türkei) versucht diese Lücke zu schließen
von Kübra Küçük (ersch. Heft 10/Dezember 2010)
1928 reformierte die Türkei ihre Sprache: Das arabische Alphabet wurde durch das lateinische ersetzt. Anfang der 30er leitete die staatliche Türkische Sprachgesellschaft TDK (Türk Dil Kurumu) die Schaffung neuer, von arabisch-persischen Entlehnungen befreiter Wörter ein. Dieser Sprachwandel ging nicht von der Bevölkerung aus, entwickelt über Generationen hinweg, sondern war [...]

von Zeus Wellnhofer (ersch. Heft 10/Dezember 2010)
So lautet eine der Plakataufschriften der seit 1980 stattfindenden Demonstrationen zur Anerkennung der berberischen Identität in Nordafrika – die in ihrer Gesamtheit als Berberischer Frühling bekannt sind. Die proarabisch und islamisch ausgerichtete Politik der fünf Maghrebstaaten wird insbesondere in den mehrheitlich nichtarabischen Gebieten als kolonialistisch empfunden.
von Barbara Ogbone (ersch. Heft 10/Dezember 2010)
14 Studenten aus Togo reisen nach Ägypten, um an der Azhar-Universität zu studieren. Ihre Erwartungen werden größtenteils enttäuscht – trotzdem gewinnen sie: neue Erfahrungen, neue Visionen und ein neues Selbstverständnis
von Sara Binay (ersch. Heft 10/Dezember 2010)
Wie geht es in einem ostdeutschen, multikulturell aufgestellten Kindergarten zu? Gelingt es, die kulturellen Potenziale der Kinder zu nutzen? Die Autorin schaut kritisch auf die Bemühungen der ErzieherInnen
von Manuel Emonds (ersch. Heft 10/Dezember 2010)
Eine Selbstreflexion über die Identität eines Islamwissenschaftlers und die Gründe einer Konversion
von Thomas Behr (ersch. Heft 9/Juni 2010)
Saudi-Arabien agiert international als klimapolitischer Blockierer. Nun strebt das Königreich danach, einer der größten Solarstromproduzenten der Welt zu werden. Ein Widerspruch?
von Thomas Behr (ersch. Heft 9/Juni 2010)
Der Umweltschutz im Allgemeinen und der Klimaschutz im Besonderen werden in der deutschen Öffentlichkeit als die größten Herausforderungen der Menschheit im 21. Jahrhundert proklamiert. Doch oktroyieren wir „der Menschheit“ hier nicht ein Gefahrenszenario auf, das auf einer spezifisch westlichen Ideologie aufbaut und eng mit energiepolitischen und wirtschaftlichen Interessen verwoben [...]

von Karin Kutter und Kübra Küçük (ersch. Heft 9/Juni 2010)
Das türkisch-deutsche Umweltzentrum fördert neben dem migrantischen Umweltschutz auch den kulturellen Austausch mit Hilfe von Naturprojekten. Eine Bilanz nach einem Jahr Bestehen
von Nora Derbal ¤ (ersch. in Heft 12.2009)
Der Vorstand der saudischen Effat Universität hat sich die Ausbildung von zukünftigen, internationalen Spitzen-Managerinnen zum Ziel gesetzt. Diesen Anspruch leitet er vom „islamischen Zeitgeist und seinem Streben nach Wissen, Wahrheit und Aufklärung“ ab. Im Islamunterricht äußert sich diese Vision in der konkreten Aufforderung zu Toleranz und umweltgerechter Müllentsorgung

Şahinder Gelim studiert in Münster Geschichte, Biologie und Islamunterricht als Ergänzungsfach auf Lehramt. Derzeit wird sie als Referendarin an einer Realschule in Recklinghausen ausgebildet. Der [dī.wān] sprach mit ihr über ihr Studium.

Über die Rolle von Islambildern im europäischen Schulunterricht
von Gerdien Jonker ersch. in Heft Dez. 2009
Wer bereits die Zeit gefunden hat, sich das neue Yearbook of Muslims in Europe anzuschauen, kann feststellen, dass sich zu den Begriffen „Gastarbeiter“, „Exilsucher“, „Flüchtling“ und „Konvertit“, also den Kategorien der (west-)europäischen Wahrnehmung von Muslimen in Europa, eine neue hinzugesellt hat, [...]
von Jannis Hagmann (erscheint vorr. in Heft 8, Dez. 2009)
Die Frage, wie Islam im saudischen Bildungssystem vermittelt wird, hat die Welt nach den Anschlägen vom 11. September 2001 umgetrieben. Seither ist die Regierung bemüht, Lehrpläne und Schulbücher zu revidieren. Reformbedarf gibt es aber auch an den Universitäten, an denen statt kritischem Denken, plumper, vor allem [...]

Fragen wie der Abfall vom Islam, im Fachjargon Apostasie, oder der Übertritt zu einer anderen Religion, Konversion, werden immer wieder vor ägyptischen Gerichten verhandelt. Jetzt sorgt ein neuer Fall für Aufsehen. Erstmalig hat die koptische Kirche, die größte und älteste christliche Glaubensgemeinschaft im Land, einem ehemaligen Muslim den Übertritt zum Christentum schriftlich bestätigt. Dies koennte ein entscheidender Schritt hin zu einer Legalisierung von Konversionen in Ägypten sein.

von Claudia Hoffmann (ersch. Heft 7/Juli 2009)
Die jüngsten Massen- demonstrationen in Teheran sind seit der Revolution 1979 die größten aber nicht die ersten Proteste im Gottesstaat. Bereits vor zehn Jahren, im Juli 1999 wurde das islamische System in seinen Grundfesten erschüttert, nachdem die brutale Unterdrückung der Studentenproteste zum Aufbegehren der Gesellschaft gegen die islamische Republik [...]